Die S-GARD® Safety Tour in Aying am Wochenende 19. bis 21. August
                  

19. - 21.08.2011 | Übung macht den Retter

Lernen vom Profi - Freiwillige Feuerwehrmänner bilden sich in Aying fort

Ein zerbeulter Ford Fiesta liegt auf der Motorhaube eines stark deformierten Audis. Am Steuer des Audi sitzt eine reglose Gestalt. Sechs Feuerwehrleute nähern sich dem Fahrzeug. Was ist zu tun? Es ist zwar nur eine Übung, doch die Herausforderung ist komplex.
An diesem Punkt setzte die „Safty-Tour“ in Aying an: Bei dieser Fortbildung für Feuerwehrleute vermittelten hochqualifizierte Experten Theorie und Praxis zu Brandausbreitung, Massenunfällen, Einsatztaktik bei Lkw-Unfällen und moderner Fahrzeugtechnik. „In solchen Gefahrensituationen braucht man nicht nur eine gute Ausrüstung sondern auch jede Menge Knowhow“, sagt der Ayinger Feuerwehrkommandant Hartmut Müller-Tolk. Denn alle Technik nutze nichts, wenn man nicht wisse, was man zu tun hat. Auch müsse man beständig die Praxis üben. Daher ging es nach den Fachvorträgen am Wochenende gleich nach draußen zur Übung an eigens vorbereiteten Schrottfahrzeugen.
Die Männer entfernen die Tür des Audi, sodass einer die Wirbelsäule des „Verletzten“ stützen kann. Der Gruppenleiter gibt klare Anweisungen und beobachtet, wie die Männer nun eine hydraulische Schere an der B-Säule des Wagens ansetzen. „Das Ziel ist für uns immer der Patient“, erklärt Müller-Tolk. Man müsse vor Ort entscheiden, was das Beste für die Unfallopfer ist. In Zusammenarbeit mit einem Notarzt könne man entscheiden, wie schnell der Patient aus dem Fahrzeug zu befreien ist.
Etwas abseits steht ein hoch gewachsener Zuschauer und beobachtet die sechs Männer in Schutzausrüstung bei ihrer Übung. Es ist Frank Gerhards von der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach, Leiter der „Safty-Tour.“ Mit seiner großen Erfahrung aus Einsatzdienst und Ausbildung hat er den freiwilligen Feuerwehrleuten des Landkreises einiges zu bieten. „So eine Gelegenheit lässt man sich ungerne entgehen“, sagt Müller-Tolk. Tatsächlich kamen zahlreiche Brandschützer aus Taufkirchen oder Brunnthal aber auch aus Ebersberg und Erding, um mit den Experten zu trainieren. Die Vorträge waren alle voll besetzt. „Denn wenn man aus der Übung kommt, ist es im Ernstfall nur zum Schaden der Verkehrsteilnehmer“, sagt der Ayinger Kommandant.
Auch wenn die Zahl der Unfalltoten und der eingeklemmten Personen in letzter Zeit sehr gering sei, könne man sich nicht darauf verlassen, dass das so bleibt. Passieren kann immer etwas. „Daher sind wir verpflichtet, in Übung zu bleiben,“ sagt der Kommandant, während die Übenden den „Verletzten“ auf einer Trage aus dem Fahrzeug ziehen. Die Wirbelsäule müssen sie gerade halten. Wirbelsäulenverletzungen kann man nie ausschließen. „Immer auf den Worst-Case, den schlimmsten Fall, vorbereitet sein“, das sei Pflicht für jeden Feuerwehrmann, betont Müller-Tolk - egal ob berufsmäßig oder freiwillig. Für letztere ist das neben Beruf und Familie keine leichte Aufgabe. „Doch das Bewusstsein, für das Leben eines Menschen verantwortlich zu sein, ist eine starke Motivation.“ Der „Verletzte“ wird in sicherem Abstand vom Unfallort abgelegt. Gerhards nickt zufrieden. Die Stoppuhr wird angehalten. Kurze Pause. Der zerbeulte Ford wartet schließlich schon.

Massivere Autos machen Probleme
Es gibt ein Wettrennen zwischen Automobilindustrie und Feuerwehr: Die einen bauen immer stabilere und sichere Fahrzeuge. Die anderen müssen fähig sein, bei Unfällen eingeklemmte Personen aus eben diesen immer stabiler werdenden Konstruktionen zu befreien. Dabei helfen hydraulische Scheren, um Metall zu durchtrennen, hydraulische Spreizer, um Türen aufzustemmen und vieles mehr.
jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann wird an solchen Geräten ausgebildet. Auf besonderen Lehrgängen lernen sie auch die Schwachstellen der modernen Fahrzeuge kennen, um sie zum Wohle des Unfallopfers knacken zu können. Auch das Vorgehen am Unfallort folgt Richtlinien: Zuerst überprüft der Gruppenleiter das Fahrzeug: Welche Schäden? Welcher Antrieb? Wie viele Verletzte? Sind Kinder darunter? Dann erfolgt die „Erstöffnung“, damit der Notarzt die Verletzten untersuchen kann. Danach wird entschieden, ob man schnell retten muss oder nicht. Bei der „Crashrettung“ muss es schnell gehen. Bei der „Schonrettung“ geht die Feuerwehr bedächtiger zu Werke. Die „Sicherheitsrettung“ hat zum Ziel, dass der Verletzte innerhalb einer Stunde nach dem Unfall im Krankenhaus ist.
     

Quelle: Münchner Merkur

      

19.08.2011 | Arcone-Auditorium in Höhenkirchen

    

20.08.2011 | Einsatztatik bei Lkw-Unfällen

    

20.08.2011 | VU-Grundschulung

     

21.08.2011 | Moderne Fahrzeugtechnik

      

21.08.2011 | VU-Teamtraining

Foto: Claus Schunk

Foto: Claus Schunk

Foto: Claus Schunk

Foto: Claus Schunk

Foto: Claus Schunk

Foto: Claus Schunk

      


        

19. - 21.08.2011 | S-Gard Safety Tour in Aying

Die S-GARD® SafetyTour, eine von Deutschlands führenden Organisationen zur Ausbildung von Feuerwehren, und kommt im August mit hochkarätigen Vorträgen und Seminaren zu uns nach Aying, unter anderem mit den Themen Einsatzführung bei Massenkarambolagen, Taktik der Lkw-Rettung, neue Fahrzeugtechnologien.
An diesen hochkarätigen Veranstaltungen möchten wir auch unsere Kollegen im Landkreis und in der näheren Umgebung teilhaben lassen. Wir laden euch und alle interessierten Feuerwehrleute ganz herzlich ein, dabei zu sein. Am besten, ihr reserviert euch eure Teilnahme frühzeitig mit dem hier in Pdf eingefügtem Anmeldeformular. Einfach ausfüllen und bis

30. Juli per Fax oder per Post zurückschicken. Die Plätze sind begrenzt und werden in der Reihenfolge des Posteingangs vergeben.
Wir freuen uns auf euer Kommen.

Einladung Safety Tour

Anmeldeformular

       


21.05.2011 | S-Gard Safety Tour in Aying

Am Samstag den 21. Mai 2011 fanden in Aying zwei halbtägige Seminare der S-Gard SafetyTour zur "Einsatztaktik bei Lkw-Unfällen" statt. Referent des Seminars war Albert Kreutmayr von der Berufsfeuerwehr Augsburg. Er verfügt über langjährige Ausbildungserfahrung im Rahmen der S-Gard SafetyTour und der Weber Rescue- Days. Zu seinen Schwerpunkten gehört die Bus- und Lkw-Rettung.

In einem drei stündigen Theorievortrag wurde der Aufbau eines Lkws sowie die Befreiung eines eingeklemmten Fahrers erklärt. Anschließend wurde in der Praxis das Sichern des Lkws und der Kabine mit verschiedenen Möglichkeiten durchgeführt. Am Vormittag nahmen zahlreiche Teilnehmer der umliegenden Feuerwehren sowie ein Ausbilder der Kreisbrandinspektion teil. Am Nachmittag fand eine extra Schulung für die Ayinger Feuerwehr statt. Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal ganz herzlich beim Albert Kreutmayr und bei der Firma Sedlmeier für die Bereitstellung des Lkws bedanken.

      

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