Gruppenausbildung VU-Übungen

28.11.2009 | Test bei der Feuerwehr Stammham nahe Ingolstadt
Usibor-Stahl heißt ein Material, das künftig immer öfter im modernen Fahrzeugbau eingesetzt wird, und unglaubliche
Eigenschaften besitzt: Es ist nicht nur stahlhart, sondern 500 mal härter als normaler Stahl. Es lässt sich verformen ...
und kehrt danach in seine Ursprungsform zurück! Die Feuerwehr Aying durfte an einem Test mit einer Prototyp-Karosserie teilnehmen.

Die Feuerwehr Stammham, nördlich von Ingolstadt hat gute Kontakte zu einem Automobilhersteller und erhielt die unlackierte Karosserie eines neuen Fahrzeugmodells, in
 

dem Usibor verarbeitet ist. Ein Test mit den bei Feuer- wehren üblichen Rettungsgeräten sollte zeigen, wie man den Usibor-Stahl am besten bearbeiten kann.

Stammhams Kommandant Martin Lackner hatte dazu nicht nur die Nachbarwehr Lenting eingeladen, sondern auch Kollegen aus Hilpoltstein und Vohburg sowie die Feuer-wehr Aying mit Vertretern aus Egmating und Unterbiberg.
 

Auf Initiative der Feuerwehr Aying beteiligte sich auch die Firma Weber und brachte eine Rettungssäge sowie Sägeblätter mit. Ein Mitarbeiter des Automobilherstellers erläuterte, wo der Usibor-Stahl eingebaut wurde.

Testverlauf war teilweise verblüffend

Ergänzend sei erwähnt, dass dieser Test in keiner Weise wissenschaftlichen Ansprüchen genügte. Für die tägliche Praxis lieferten Verlauf und Ergebnisse jedoch wertvolle Erkenntnisse. Hier eine Zusammenfassung.

  • Bohrmaschine: Herkömmlicher Bohrer durchdringt normalen Stahl innerhalb von Sekunden. Usibor-Stahl gibt selbst bei starkem Druck auf die Bohrmaschine und nach vielen Sekunden nicht nach – die Bohrspitze geht kaputt.
  • Hammer: Schläge auf normale Karosserieteile erzeugen Beulen, Usiborstahl ist nicht deformierbar.
  • Hydraulischer Spreizer: Usibor-Stahl lässt sich zusammenpressen, kehrt aber danach – zur Verblüffung aller Anwesenden - fast wieder in seine Ursprungsform zurück.
  • Säbelsäge: Schafft es anfangs, den Usibor-Stahl zu schneiden, innerhalb von Sekunden werden allerdings die Sägezähne abgeschliffen.
  • Doppelläufige Rettungssäge (TwinSaw/Wimutec): Schneidet Usibor langsamer als normalen Stahl, kommt aber zumindest anfänglich gut durch. Überraschend ist der wesentlich stärkere Funkenflug. Die Sägezähne sind relativ bald abgeschliffen, danach wird die Säge langsamer und sehr laut.
  • Trennschleifer: Kommt auch gut durch den Usibor-Stahl, produziert allerdings den bekanntermaßen starken Funkenflug.
  • Hydraulische Schere: Ein älteres Gerät (Baujahr 1985) kann den unteren Teil der B-Säule schneiden, den oberen Usibor-verstärkten Teil jedoch nicht. Ein modernes Schneidgerät mit 1000 kN Schneidkraft hat keine Probleme. Auffällig: Usibor-Stahl wird beim Schneidvorgang nicht abgeschert, sondern bricht mit laut vernehmlichem Knacken.
  • Plasmaschneider: Durchfährt normalen Stahl und Usibor-Stahl mit derselben Leichtigkeit, hat allerdings systembedingt nur eine geringe Schneidtiefe, insbesondere bei vielschichtigem Material.
     

Fazit: Erfreulicherweise sind leistungsstarke hydraulische Scheren stark genug, Usibor-Stahl zu trennen (brechen). Das Material bietet jedoch beim Biegen durch Spreizer und Rettungszylinder wesentich mehr Widerstand und hat die starke Tendenz zu seiner Ursprungsform zurückzukehren. Diesbezüglich sind weitere, fundiertere Testreihen sinnvoll.
 

Als Dankeschön erhielt Stammhams Kommandant Martin Lackner von seinem Ayinger Kollegen Hartmut Müller-Tolk einen Träger mit "Kleinlöschgeräten" (Wasser, Schaum und Kohlensäure). Beim anschließenden geselligen Ausklang wurden bereits weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Wehren ins Auge gefasst.


  

   Videothek

   Videos zu Verkehrsunfall, Brand, etc.

Ausbildungsmaterial

Linkliste von Powerpoint-Präsentationen zu allen Ausbildungsthemen, z.B. Person eingeklemmt    

  


27.11.2009 | VU-Übungen mehrerer Feuerwehren in Heimstetten

Zu einer gemeinsammen VU-Übung waren die Feuerwehren Ismaning, Haar, Poing, Siegertsbrunn, Aying, sowie die Freiwillige Feuerwehr München Abt. Waldperlach am Freitagabend zur Firma Preimesser nach Heimstetten eingeladen. Die Lage für die Feuerwehr Aying war ein Pkw, der liegend auf der Fahrerseite gegen eine Hausmauer gekracht ist. Das Fahrzeug wurde mit dem Abstützsystem StabFast gesichert. Der Erstzugang wurde über die Beifahrertüre geschaffen. Zur Befreiung des Patienten musste das Fahrzeug mit dem Greifzug von der Hausmauer weggezogen werden. Anschließend wurde das Dach des Pkws entfernt und der Patient aus dem Fahrzeug befreit.

Vielen Dank an den Initiator Irakli West und seine Helfer. Ein ganz besonders herzliches Dankeschön an den Gastgeber, die Firma Preimesser, die ihren Schrottplatz zur Verfügung gestellt hat.

Weitere Fotos von den Lagen anderer Feuerwehren gibt es auf Flickr  

  


25.11.2009 | VU-Übung

      

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